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Offene Treppe ÖNORM B 1600

OIB-Richtlinien

OIB- Richtlinien (des österreichischen Institutes für Bautechnik): Die OIB- Richtlinien sind wichtige technische Baubestimmungen zur Vereinheitlichung und Vereinfachung der einzelnen Landesbauordnungen. Die OIB- Richtlinien sind aufgrund der europäischen Bauproduktenrichtlinie entwickelt worden, um die bisher nur teilweise akkordierten bzw. teilweise sogar sehr unterschiedlichen Landesbauordnungen weitergehend als bisher zu harmonisieren. Diese Vereinheitlichung hat das Ziel, die Landesbauordnungen weitgehend von detaillierten bautechnischen Regeln zu befreien und auf bauordnungsrechtliche Belange zu konzentrieren, sowie darüber hinaus internationale Handelshemmnisse zu beseitigen, in Umsetzung der Bauproduktenrichtlinie der Europäischen Union. Die Landesamtsdirektorenkonferenz beschloss daher im März 2000 eine Harmonisierung der bautechnischen Vorschriften in Zusammenarbeit mit dem OIB unter dem Aspekt, bisher in den einzelnen Bauordnungen enthaltene Regelungen durch einheitliche nationale Regelungen zu ersetzen. Diese „OIB- Richtlinien“ wurden daraufhin unter Berücksichtigung der in den einzelnen Landesbauordnungen bereits enthaltenen Regelungen erstellt, 2007 von allen Bundesländern einstimmig beschlossen, jedoch erst in 5 Bundesländern eingeführt; nur die Richtlinie 6 Energieeinsparung ist einheitlich eingeführt. In einigen Ländern läuft das Verfahren mit Verspätung, wenige Länder haben sich entgegen der ursprünglichen Vereinbarung diesem Harmonisierungsvorgang noch nicht angeschlossen. Der jeweilige Stand der Einführung ist auf der Homepage des OIB zu finden. Die Gliederung der OIB -Richtlinien (neueste Fassungen Oktober bzw. Dezember 2011) entspricht jener der europäischen Bauproduktenrichtlinie: •    OIB Richtlinie 1 Mechanische Festigkeit und Standsicherheit•    OIB Richtlinie 2 Brandschutz•    OIB Richtlinie 3 Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz•    OIB Richtlinie 4 Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit•    OIB Richtlinie 5 Schallschutz•    OIB Richtlinie 6 Energieeinsparung und Wärmeschutz Für den Treppenbau besonders wichtig sind die Richtlinien 4 Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit, und 2 Brandschutz, jeweils mit gesonderten ausführlichen Erläuterungen. Alle Richtlinien sowie die ergänzende Begriffsbestimmung siehe www.oib.or.at; die Richtlinien 2 und 4 sind in der Folge etwas ausführlicher erläutert: OIB- Richtlinie 1 Mechanische Festigkeit und Standsicherheit; legt grundsätzlich fest, dass alle Tragwerke (= tragenden Bauteile, wie z. b. bei Treppen) eine ausreichende Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit haben müssen. Für öffentliche Bauwerke sind besondere Überwachungsmaßnahmen vorgeschrieben.OIB- Richtlinie 2 Brandschutz; legt die Mindestanforderungen an Brandwiderstände von Bauteilen fest, unterteilt nach den einzelnen Gebäudeklassen gemäß geltender Normen. Für die planerische Anordnung von Treppen ist z. B. zu berücksichtigen, dass der Fluchtweg von jeder Stelle eines Hauses höchstens 40 m Gehweglänge  bis nach außen haben darf (Punkt 5.1.1 Fluchtwege). Treppen sind in Punkt 5.3 dieser Richtlinie insoweit geregelt, als ab der Gebäudeklasse 2 (= über 3 Geschoße und 400 m² Wohnfläche) für Treppen eine Brandbeständigkeit von R 30 gefordert wird, ab Gebäudeklasse 3 von R 60 usw.; für die Brandbeständigkeit von Wohnungstreppen gibt es keine diesbezügliche Anforderung, d. h. Holztreppen können innerhalb von Wohnungen und innerhalb der Wohnung eines Reihenhauses eingebaut werden, soweit die Gebäudeklasse 1 nicht überschritten wird. (Siehe dazu auch Tabellen 1 a und 1 b der Richtlinie)  OIB- Richtlinie 4 Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit; regelt die Nutzungs- und Sicherheitsbedingungen aller im gewöhnlichen Gebrauch zugänglichen Bewegungsflächen in und an Bauwerken, wie Bauwerkszugänge, Gänge und Türen, Flure, Treppen, Rampen, Aufzüge, Kfz- Zufahrten, Stellplätze und Garagen, Ferner Verglasungen, Eis- und Schneefang sowie Fassadenteile. In Punkt 2.1 ist die vertikale Erschließung von Gebäuden festgelegt, und damit die Arten von Treppen, und deren notwendige Breite, auch in Abhängigkeit von der Treppen- und Gebäudeart, •    Für Haupttreppen (ausgenommen Wohnungstreppen) werden 1,20 m (lichte) Breite vorgeschrieben, •    ab mehr als 120 Personen je 60 angefangene Personen weitere 60 cm, also 1,80 m usw.•    bei Ein- und Zweifamilienhäusern genügen 1,00 Breite•    für Wohnungstreppen 0,90 m Breite, •    für Nebentreppen (= die nicht der täglichen Nutzung dienen) 60 cm. •    Des Weiteren sind in Punkt 3.2 Treppen die höchste Steigung/ der kleinste Auftritt je nach Treppenart festgelegt, •    für Gebäudetreppen im Freien mit 16/30 cm, •    für Gebäudetreppen bis 3 Geschoße mit 18/27 cm, •    für Wohnungstreppen 20/24 cm•    für Nebentreppen mit 21/21 cm.Die OIB Richtlinie 4 enthält Verweise auf die jeweils geltenden Normen, wie die ÖNORM B 5371 Treppen…Abmessungen. Weiteres siehe http://www.oib.or.at. OIB- Richtlinie 5 Schallschutz; ist für Gebäude und Gebäudeteile anzuwenden, welche dem längeren Aufenthalt von Menschen dienen und deren Ruheanspruch sicherstellt, durch ausreichenden Schutz vor Schallimmissionen von Außen und aus angrenzenden Räumen und Gebäuden. In dieser Richtlinie wird auf die ÖNORM B 8551 Schallschutz verwiesen.